Wie pflege ich skandinavische Holzmöbel richtig?

Skandinavische Holzmöbel – Holzarten und Pflege

Holz, damals und heute

Holz wird im Möbelbau bereits seit mehreren hundert Jahren verwendet und ist bis heute ein viel verwendetes Material in der Möbelproduktion. Die riesigen Wälder Europas lieferten diesen beliebten Rohstoff und es gab Holz im Überfluss. Durch die stetig wachsende Bevölkerung und die immer größer werdenden Städte, reduzierte sich der Baumbestand bis heute erheblich. Viele Holzarten, insbesondere die Laubhölzer, gehören durch die Verknappung zu den exklusiven Materialien, die im herkömmlichen Möbelbau aus Kostengründen kaum noch verwendet werden. Pressspan und Furnier haben Holz größtenteils ersetzt und dominieren in der Möbelproduktion.

Holz ist wieder im kommen

Die Welt ist im Wandel. Das Thema Umweltschutz entwickelt sich zu einem der wichtigsten Anliegen sehr vieler Menschen. Kunststoff und Power-Konsum ist out, man legt wieder Wert auf natürliche Produkte mit Nachhaltigkeit. Was kann man da noch falsch machen mit Holz? Ist es doch ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff mit einer sehr hohen Langlebigkeit. Nun, Holz ist nicht gleich Holz und was wie Holz aussieht muss auch nicht unbedingt aus Holz sein. Wir erklären dir den Unterschied zwischen den Holzarten, deren Pflege, was ist Vollholz und was ist Massivholz, was ist Furnier?

Vollholz, Massivholz, Furnier, MDF und Spanplatte

Im skandinavischen Möbelbau wird Holz in allen Bereichen verwendet. Holz wirkt natürlich und hat eine gewisse warme Optik. Dazu noch der schöne Geruch, wer schon mal in einem skandinavischen Ferienhaus gewohnt hat, weiß genau wie schön Holz duften kann. Wer sich Holzmöbel anschaffen möchte, sollte dabei aber die Unterschiede kennen.

Vollholz

Möbel aus Vollholz wurden aus einem einzigen Stamm gefertigt. Einen Schrank oder Tisch aus Vollholz zu fertigen ist vielleicht nicht unmöglich aber vom Aufwand her eine gewaltige Herausforderung. Der Begriff Vollholz wird oft mit Massivholz verwechselt und in vielen Beschreibungen falsch eingesetzt. Am meisten werden Vollhölzer für Tischplatten verwendet.

Vollholz-Tischplatte-Akazie

Massivholz

Massivholzmöbel sind im skandinavischen Möbelbau oft anzutreffen. Für die Herstellung dieser wird ein Baumstamm in einzelne Segmente mit gleicher Stärke und Weite (Bretter) zerlegt. Die einzelnen Segmente werden nach ausreichender Trocknung zu einer Fläche miteinander verleimt. Die Bezeichnung Massivholzmöbel ist streng geschützt und darf nur verwendet werden, wenn das gesamte Möbel (ausgenommen Schrankrückwand, Schubladenboden) auch aus Massivholz besteht.

Massivolzplatte-Kiefer

Furnier

Furniere werden oft als ein Billigprodukt eingestuft. Massivholz ist natürlich hochwertiger als ein Furnier. Dennoch handelt es sich hier um echtes Holz. Genauer gesagt um Holzblätter. Die Blätter haben eine dicke von 0,3 – 0,8 mm und werden auf eine sogenannte Trägerplatte aufgeleimt. Die Trägerplatte kann wiederum aus Spanplatte oder MDF bestehen. Daher ist mit Furnier nicht das Hauptmaterial eines Möbelstückes gemeint, sondern die Oberfläche. Gute Furniere lassen sich kaum von Massivholzoberflächen unterscheiden. So wird Furnierholz hergestellt. Schau' Dir hier ein Video an.

Furniere

MDF

Die drei Buchstaben stehen für mitteldichte Faserplatte. Vom Prinzip her ist es wie eine Spanplatte, nur das bei der Herstellung keine Späne, sondern größere Holfasern miteinander verleimt werden. Der Vorteil von MDF gegenüber einer Spanplatte ist die sehr viel höhere Bruch- und Biegefestigkeit. MDF wird sehr viel im Möbelbau verwendet und kann direkt lackiert oder mit Furnier bzw. mit Kunststofffolie beschichtet werden. So werden MDF Platten hergestellt. Schau' Dir hier ein Video an.

MDF-Platten

Spanplatte

Spanplatten werden aus feinen Sägespänen hergestellt. Dabei wird die Späne mit Leim vermischt und unter hohem Druck verpresst. Für die Herstellung wird ausschließlich Holz verwendet, welches nicht mehr für den Möbelbau verwendet werden kann. Dieses Produkt schont daher am meisten die Ressource Holz, da das Holz zudem zu 100% verarbeitet werden kann. Spanplatten sind unbeschichtet sehr bruchanfällig und bekommen erst durch eine aufgebrachte Oberfläche ihre Stabilität. Spanplatten werden überwiegend mit Kunststofffolien beschichtet, die auch einer Holzähnlichen Oberfläche ähneln können. So werden Spanplatten hergestellt. Schau' Dir hier ein Video an. 

Spanplatte

Holz sollte man pflegen, aber bitte richtig

Du hast dir einen schönen Esstisch aus Massivholz gekauft, der war nicht ganz billig. Klar das man durch entsprechende Pflege die schöne Oberfläche optisch erhalten möchte. Womit pflege ich das Holz und was passiert, wenn ich nichts mache?

Typische Holzarten, die im skandinavischen Möbelbau verwendet werden, sind Eiche, Buche, Esche, Fichte und Kiefer. Solange diese Holzarten nicht mit einem Lack oder ähnlichem überzogen sind, kann man folgende Pflegeanwendungen durchführen.

Eiche, Buche und Esche

Diese Holzarten gehören zu den Laubhölzern und weisen einen hohen Härtegrad auf. Im Vergleich zu Nadelhölzern sind sie wahre Schwergewichte und haben einen sehr viel geringeren Harzanteil. Üblicherweise werden Möbel aus diesen Hölzern entweder leicht geölt oder gewachst ausgeliefert. Das schützt das Holz und macht es unempfindlicher. Diese Hölzer sind sehr robust und benötigen wenig vorbeugende Pflegemaßnahmen. Je nachdem wie das Holz vorbehandelt wurde, sollte man es auch mit den gleichen Mitteln nachbehandeln.

Insbesondere Möbel deren Oberflächen viel beansprucht werden, wie z.B. bei Esstischen, sollte man einer Reinigung und Schutzbehandlung unterziehen.

Die richtige und effektivste Reinigung erzielt man mit speziellen Holzseifen die im Fachhandel oder in gut sortierten Baumärkten zu bekommen sind. Diese Seifen entfernen auch starke Verschmutzungen und haben den großen Vorteil das sie nachfettend wirken. Dadurch bleibt das Holz geschmeidig und wird nicht spröde. Der Einsatz von Holz-Seifen kann sogar auf bereits vorgeölten Oberflächen eingesetzt werden. Erwähnenswert ist auch, dass diese Seifen reine Naturprodukte sind und keine aggressiven Chemikalien beinhalten.

Wem das nicht reicht, der kann nach der Reinigung noch eine Ölung anwenden. Im Vergleich zum wachsen oder lasieren ist das Ölen die vorteilhafteste Anwendung, schon allein deswegen, weil Öl keine Lösungsmittel enthält. Weitere Vorteile sind, das Öl in das Holz einige Millimeter eindringt und keine Schicht auf die Oberfläche aufträgt. Dadurch behält das Holz seine natürliche Optik und Haptik. Das ölen ist zudem sehr einfach, man benötigt keine Fachkenntnisse wie beim Lackieren.

Als Öl sollte man ein spezielles pflanzliches Maler-Leinöl verwenden und kein Leinöl aus dem Reformhaus. Das Maler-Leinöl hat einen weit aus geringeren Säuregehalt und hat kaum noch Farbstoffe, die die Optik des Holzes stark beeinträchtigen könnten. Bitte auf gar keinen Fall, wie in manchen Foren beschrieben, Speiseöle verwenden.

Wenn ein Möbel allerdings zuvor gewachst wurde, sollte man für die weitere Pflege wieder Wachs verwenden. Hier sollte man vorzugsweise auf lösemittelfreie Wachse zurückgreifen und generell alle Inhaltsstoffe etwas genauer unter die Lupe nehmen. Mittlerweile gibt es sogar Shops, die sich auf ökologische Wachse spezialisiert haben.

Besonders bei gewachsten Möbeln, die in Schlafzimmern oder Kinderzimmern aufgestellt werden, sollte man sich die Frage stellen, ob man in diesen Wohnbereichen nicht lieber geölte Möbelstücke stellt. Am besten informierts du dich noch vor dem Kauf beim Hersteller, womit das Möbel gewachst wurde.

Gewachste Möbel sind optisch ein absoluter Hingucker. Üblicherweise werden Wachse mit weißen Farbnuancen verwendet, dadurch wird das Holz aufgehellt und die Maserung des Holzes bleibt dabei voll erhalten. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil von Wachsen ist, das einige Wachssorten bei sommerlichen Temperaturen weich werden und eine leicht klebrige Oberfläche haben. Wer wachsen möchte, sollte sich diesbezüglich unbedingt im Fachhandel beraten lassen.

Fichte und Kiefer

Diese Holzarten gehören zu den sehr schnell wachsenden Nadelhölzern. Sie weisen eine geringere Härte als Laubhölzer auf und werden sehr viel im Möbelbau verwendet. Sie sind kostengünstig und lassen sich Aufgrund ihrer weichen Beschaffenheit sehr gut verarbeiten.

Diese Holzarten sollte man auf jeden Fall behandeln, da sie zum nachdunkeln neigen und unter gewissen Voraussetzungen Fäule und Schimmelpilze ansetzen. Beide Hölzer können oder sollten vielmehr geölt oder gewachst werden. Hier gilt gleiches wie für Laubhölzer, was bereits auch schon weiter oben beschrieben wurde. Für die Pflege gibt es spezielle Kiefern- bzw. Nadelholzreiniger. Mit diesen Reinigern ist eine tiefenwirksame Reinigung möglich und selbst starke Verschmutzungen wie Kaffee- oder Rotweinflecken lassen sich damit entfernen.

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